Der Ruf des Meeres im Herzen der Stadt
Die drei Häfen von La Rochelle
In La Rochelle gehört das Meer zum Alltag. Wohin man auch schaut, sieht man Schiffe: Frachter mit Getreide, Fischtrawler, Segelschulboote, Yachten, Motorboote, Rennkatamarane. Seit ihren Anfängen blickt die Stadt hinaus auf den Ozean. Heute prägen drei große Häfen ihre maritime Identität: Yachthafen, Handel und Fischerei.
Die Freuden des Segelsports
Vom Vieux-Port bis Les Minimes, von Port-Neuf bis zum Yachtbecken
1972 gegründet, ist der Yachthafen von La Rochelle einer der größten Europas. Er verteilt sich auf mehrere Standorte und verbindet touristischen Anlaufpunkt mit einem anerkannten technischen Zentrum.
• Der Vieux-Port, die Becken der Chalutiers und der Yachten: Im Herzen der Stadt liegen hier kleine Segelboote, historische Schiffe und luxuriöse Yachten. Die berühmten Türme, das Aquarium und das Encan-Kongresszentrum bilden eine einzigartige Kulisse. Das Schifffahrtsmuseum im Becken der Chalutiers erzählt die lange Hafen-Geschichte.
• Der Port des Minimes: Mit seinen vier Becken (Lazaret, Marillac, Bout-Blanc und Tamaris), dem Hafenmeisteramt und dem Handwerksbereich ist er eine richtige Stadt auf dem Wasser. Seine Einrichtungen machen ihn zum Zentrum des Segelsports und der Wassersportarten in La Rochelle.
• Port-Neuf: Klein und eher unauffällig, bietet dieser 65 Liegeplätze umfassende Hafen mit Slipanlage einen charmanten Zwischenstopp entlang der Promenade, die den Vieux-Port mit Chef de Baie verbindet.
Jeden Tag entsteht durch das Ein- und Auslaufen der Schiffe ein lebendiges Schauspiel – begleitet von der Öffnung der Scherzerbrücke und der Fußgängerbrücke. Beim Einlaufen richten sich die Schiffe an den beiden Leuchttürmen des Vieux-Port aus, um sicher zurückzukehren.

Internationale Bühne des Wassersports
Die Grand Pavois
Jeden September empfängt der Port des Minimes die Grand Pavois La Rochelle, eine der größten schwimmenden Bootsmessen der Welt. 1973 von passionierten Rochelais gegründet, bringt sie über 700 Boote und Aussteller aus rund 30 Ländern zusammen. Probefahrten auf See, Themenbereiche und nachhaltige Innovationen machen dieses Ereignis zu einem Pflichttermin für Segelfreunde.


Tiefwasserhafen
Port Atlantique La Rochelle
Der Tiefwasserhafen von La Pallice ist einer der wichtigsten Seehäfen Frankreichs. Jährlich werden hier rund 9 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen: Öl, Getreide, Holzprodukte, Zellstoff, Windkraftanlagen.
• Frankreichs führender Hafen für den Import exotischer Hölzer,
• zweitgrößter Getreide-Exporthafen,
• fähig, Schiffe mit sehr großer Kapazität aufzunehmen – auch Kreuzfahrtschiffe.
Rund um den Hafen lebt eine vielfältige Wirtschaft: Werften, Reparatur und Refit, sowie zahlreiche maritime Berufe (Docker, Lotsen, Schlepper, Taucher). Seit seiner Eröffnung 1890 hat sich der Hafen stetig weiterentwickelt. 1940 von der deutschen Marine besetzt, ist er heute aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich.

Das Meer als Ernährer
Der Fischereihafen
La Rochelle gehörte lange zu den bedeutendsten Fischereihäfen Frankreichs. Seit 1994 befindet sich der Fischereihafen in Chef de Baie und vereint rund 200 Schiffe.
Von Montag bis Freitag werden in der modernisierten Fischhalle frisch angelandete Fische, Muscheln und Krustentiere versteigert. Die Auktionen sind nur für zugelassene Fachleute zugänglich.
Von der Strandpromenade in Chef de Baie bietet sich ein schöner Blick auf die Île de Ré und die bunten Lagerhallen des Hafens.

Engagement für die Umwelt
Alle drei Häfen von La Rochelle – Segel-, Handels- und Fischereihafen – verfolgen Umweltinitiativen. Die maritimen Akteure arbeiten daran, ihre Auswirkungen auf den Ozean zu verringern, und beteiligen sich an der Null-Kohlenstoff-Herausforderung der Agglomeration La Rochelle.
Um noch mehr zu entdecken
Auch sehenswert
Die großen Häfen sind nur ein Teil des maritimen Erbes. Wer tiefer eintauchen möchte, kann Muschelproduzenten besuchen, mit Betreibern kleiner Häfen ins Gespräch kommen und die zahlreichen Liegeplätze in der Umgebung erkunden.

Geschrieben von
Nathalie Maynadier